• Verena

Vegan am Alpe Adria Radweg

Poschmerzen? Muskelkater? Pannen? Schlechtwetter? Keine Lust, weiterzufahren? Schaffbar ohne viel Radroutine? Lohnt es sich überhaupt?

Die Antworten auf all diese Fragen erhältst du im Laufe dieses Blogposts, versprochen!


Ich, Verena, bin letzten Sommer den 410 km langen Alpe Adria Radweg gefahren, der in Salzburg Stadt beginnt und in Grado (Italien) endet. Mit von der Partie waren mein Citybike, 2 Fahrradtaschen und meine charmante Radbegleitung. Da es eine der schönsten Reisen war, die ich je gemacht habe, möchte ich meine Erfahrungen gerne mit dir teilen und dich auch dazu inspirieren, dich mal auf eine andere Art von Urlaub einzulassen ;)

Du erfährst hier über unsere Etappen, die Unterkunftsplanung, die vegane Verpflegung on the road und erhältst eine kleine, aber feine Packliste, die du dir hier downloaden kannst.


Die Etappen

Ich empfehle dir wärmstens die offizielle Seite des Alpe Adria Radwegs, denn dort findest du wirklich alle Infos, die du für deine Reise benötigst. Im Tourguide erhältst du eine Übersicht über die vorgeschlagenen Etappen, die wir auf unserer Reise jedoch etwas anders gestaltet haben.


Tag 1

Wien Hauptbahnhof - Salzburg Hauptbahnhof

Salzburg Stadt - Golling (36 km, 13:30 Uhr -17:00 Uhr)


Wir sind morgens mit dem Zug in Richtung Salzburg gestartet. Auf der Fahrt haben wir zwei sehr nette Damen aus Deutschland getroffen, die auch gerade auf Radreise waren. Sie haben uns auch geholfen, unsere Räder in den viel zu engen Wagon zu bekommen. Man muss sich vorstellen, dass es in österreichischen Railjets gerade mal 5 Fahrradabstellplätze pro Zug gibt! Daher gleich mein 1. Tipp: unbedingt rechtzeitig einen Fahrradabstellplatz reservieren, denn sonst hat man keine Chance, mit dem Rad in den Zug zu kommen. Die Schaffner sind da sehr streng (und außerdem gibt es eh keinen Platz für zusätzliche Räder. Da gibt es definitiv Verbesserungsbedarf)!

In Salzburg angekommen hatten wir erst ein paar Anfangsschwierigkeiten und haben uns ein bisserl verfahren :P Aber der Weg war wunderschön und so idyllisch - ich habe mich gleich richtig wohlgefühlt! Schlussendlich haben wir uns dazu entschieden, die erste Nacht in Golling zu verbringen und haben uns dort spontan ein Zimmer gebucht.


Salzburg

Tag 2

Golling - Dorfgastein (62 km, 9:00 Uhr -17:30 Uhr)


Der 2. Tag hatte es in sich. Der Weg war teilweise sehr steil und führte durch einen Tunnel. In diesem gab es zwar eine Radspur, aber es ist dennoch schon ein Erlebnis, mit dem Fahrrad durch einen stark befahrerenen Tunnel zu fahren, wo die Autos und LKWs nur so an dir vorbeipreschen. Der Lärm und der Geruch der Abgase waren nicht so ganz das Wahre. Außerdem hatte ich an diesem Tag auf halber Strecke meinen ersten und Gott sei Dank auch einzigen Platten auf dieser Reise. Ich Genie hatte dann leider auch noch einen falschen Fahrradschlauch gekauft, sodass wir den Schlauch flicken mussten. Alles halb so wild, solange man das richtige Werkzeug mithat. Daher mein 2. Tipp: unbedingt Fahrradwerkzeug und einen (passenden ;P) Schlauch zum Wechseln einpacken! Fun Fact: mit dem geflickten Schlauch fahre ich heute, ein Jahr später, immer noch ;) Dennoch war trotz der vielen Höhenmeter die Salzburger Landschaft einfach unbeschreiblich traumhaft!





Tag 3

Dorfgastein - Spittal an der Drau (68 km, 9:00 Uhr -17:00 Uhr)


Auf der Fahrt über Bad Hofgastein und Bad Gastein haben wir nochmal ordentlich Höhenmeter hingelegt! Ich muss gestehen, dass ich hier auch teilweise mein Rad schieben musste - nicht, dass das weniger anstrengend gewesen wäre! Das Gasteinertal an sich war wunderschön - ich war richtig begeistert! Um von Salzburg nach Kärnten zu gelangen, führt kein Weg am Tauerntunnel vorbei. Diesen bestreitet man ganz bequem mit dem Zug. So ging es also durch den Tauerntunnel vom salzburgerischen Böckstein in nur 12 Minuten ins kärntnerische Mölltal. Da der Zug nur 1x pro Stunde fährt, wäre mein 3. Tipp, die Ankunft am Bahnhof so zu planen, dass du nicht allzu lange warten musst und so keine Zeit verlierst bzw. aus dem Fahr-Flow kommst.


Spittal a. d. Drau


Tag 4

Spittal an der Drau - Arnoldstein (59 km, 9:30 Uhr -16:30 Uhr)


Es ging an der Drau und der Gail entlang. Wir machten einen kurzen Mittagsstop in Villach, wo gerade ein großes Stadtfest war. Der Weg war an diesem Tag sehr schottrig und durch das Gewackle und aufgrund dessen, dass meine Radtaschen nicht die neuesten waren, hatte ich das Problem, dass durch das Gewicht meines Gepäcks eine meiner Taschen zu reißen begann. Gott sei Dank hatte ich MacGyver an meiner Seite, der mit einer Schnur meine Satteltaschen gekonnt fest an den Gepäcksträger schnürte und so das kleine Problemchen beheben konnte. Gehalten hat das Ganze tatsächlich, bis wir wieder in Wien waren. Danach mussten die Satteltaschen dann leider doch weichen. Mein 4. Tipp lautet daher: eine feste Schnur und ein Taschenmesser einpacken, um genau für solch unerwartete Situationen gerüstet zu sein! Landschaftlich war auch diese Radroute traumhaft! Es ging durch kleine Dörfchen, an Bauernhöfen vorbei und an Feldern entlang.



Tag 5

Arnoldstein - Venzone (77 km, 9:00 Uhr -16:30 Uhr)


An diesem Tag war es endlich soweit: wir haben Österreich hinter uns gelassen und sind in Italien eingeradelt. Das war ein tolles Gefühl! Ab nun begann der gemütliche Teil der Reise, denn ab Tarvis ging es auf Bahntrassen 60 km lang fast nur bergab bis nach Resiutta, kurz vor Venzone. Wenn du dir also die insgesamt 1.449 Höhenmeter (von Salzburg bis Villach) sparen willst, dann ist mein 5. Tipp: Beginne doch einfach erst ab Villach oder eben ab Tarvis mit deiner Radtour! Die Fahrt auf den aufgelassenen Bahntrassen ist spektakulär! Man fährt da, wo eben damals Züge fuhren - vorbei an alten, stillgelegten Bahnstationen oder solchen, die zu Cafés umfunktioniert wurden. Hindurch durch 22 Tunnel, die im Hochsommer für die nötige Abkühlung sorgen und vorbei an zahlreichen Viadukten und Brücken mit spektakulären Aussichten. Venzone ist wohl eines der schönsten und süßesten Städtchen Italiens, die ich je gesehen habe! Ich würde sehr empfehlen, hier eine Nacht zu verbringen und den Tag ausklingen zu lassen.



Grenze Italien


Tag 6

Venzone - Udine (59 km, 9:30 Uhr -16:30 Uhr)


Am vorletzte Radtag ging es auf vielen Schotterwegen entlang am Tagliamento, durch kleine idyllische italienische Örtchen und allmählich konnten wir beobachten, wie langsam die Berge verschwinden und die Landschaft immer flacher wurde.



Tag 7

Udine - Grado (62 km, 9:00 Uhr -15:00 Uhr)


Unser letzter Radtag führte uns durch Palmanova - eine Stadt, die in neunzackiger Sternform erbaut wurde. Wer nicht weiß, was ich meine, sollte unbedingt Palmanova googeln und sich die Stadt von oben anschauen - echt beeindruckend! Außerdem kamen wir noch am Ausgrabungsgelände von Aquileia vorbei, wo wir unseren letzten Snack verdrückten, denn dann war es soweit: wir konnten endlich das Meer sehen!! :) Das war ein einzigartiger und wunderschöner Moment! Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich ich war und wie unglaublich ich es fand (und auch noch immer finde), dass ich mit nichts weiter als meinem Fahrrad und meiner Beinmuskelkraft von Salzburg bis ans Meer in Grado geradelt bin! Einfach Wahnsinn, was man alles schaffen kann! Über eine Brücke ging es nun die letzten Meter bis nach Grado und in unser Hotel, wo wir erstmal in Ruhe ankamen und anschließend noch 5 Tage damit verbrachten, am Strand zu chillen, uns Triest anzuschauen, unsere Erlebnisse revue passieren zu lassen und einfach nur zu genießen.


Grado

Rücktransport Grado-Udine-Villach

Wir sind mit dem Bici Bus von Grado zurück nach Udine gefahren, was ca. eine Stunde Busfahrt bedeutete. Die Fahrkarten hierfür kann man sich ganz bequem direkt in Grado kaufen. Wir haben das einen Tag vor unserer Abreise gemacht. Der Bici Bus hat einen großen Anhänger mit Platz für ca. 20 Räder. Auch die Züge, die von Udine nach Villach fahren, haben viel Platz für Räder! Im Vergleich zu Österreich, wo es pro Zug nur 5 (!!) Fahrradabstellplätze gibt, gibt es hier einen ganzen Wagon ausschließlich für Fahrräder! Nähere Infos gibt es auf der offiziellen Seite des Alpe Adria Radwegs.






Die Unterkünfte auf der Reise

Wir haben all unsere Unterkünfte immer spontan am selben Tag gebucht. Immer, wenn wir unsere Mittagspause gemacht haben, haben wir versucht abzuschätzen, wie lange wir noch ungefähr radeln wollen und uns dann über die App von booking.com ein passendes Zimmer reserviert. Das hat tadellos funktioniert und wir waren mit allen Unterkünften sehr zufrieden! Die meisten Unterkünfte sind auf Alpe Adria Radler bestens eingestellt und haben daher eigene Radabstellplätze, was super ist!


Golling: Café Maier

Dorfgastein: SmartHotel

Spittal an der Drau: Gasthaus Goldeck

Arnoldstein: Hotel Wallner - TOP veganes Frühstück!

Venzone: B&B Jasmina Venzone

Udine: Hotel Friuli

Grado: Hotel Lido



Die vegane Verpflegung auf der Reise

Frühstück: In all unseren Unterkünften habe ich etwas pflanzliches am Frühstücksbuffet gefunden, mit dem ich satt in den Radtag starten konnte! Es gab unter anderem Obstsalat, Müsli (das kann man auch super mit Orangensaft essen, wenn es keine Pflanzenmilch gibt), Gebäck, Margarine, Marmelade und Gemüse. Woran es leider immer gemangelt hat, waren pflanzliche Aufstriche. Wenn man es also salzig mag, würde ich empfehlen, seinen eigenen Aufstrich mitzubringen.

Das absolut beste und veganfreundlichste Früstücksbuffet gab es in Arnoldstein im Hotel Wallner: hier gab es nämlich neben einer großen Brot- und Gebäckauswahl auch pflanzliche Aufstriche, frisches Obst und Gemüse sowie Mandelmilch! Ein Traum sag ich dir!

Mittagessen: Mittags haben wir immer dort, wo es uns gefallen hat, eine Pause eingelegt und kalt gejausnet. Meist bestand unser Mittagessen aus Maiswaffeln, Hummus, Salat (aus dem Supermarkt, z.B. Kartoffel-/Bohnensalat) und Obst.

Snacks: Als Snack zwischendurch gab es immer Obst, Nüsse und Müsliriegel. Gerade Müsliriegel haben sich top bewährt, wenn der kleine Hunger kam oder die Energie am Sinken war. Die haben wir uns bereits in Wien gekauft und einfach eine größere Menge mitgenommen! Man darf die Bewegung und den Hunger, den man dadurch hat, nicht unterschätzen. Es gibt nichts unangenehmeres, als hangry Rad zu fahren, I tell you! :)

Abendessen: Abends haben wir stets in Restaurants gegessen - meist chinesisch oder italienisch - denn da gibt es immer vegane Alernativen (Tofu mit Gemüse und Reis, Pizza ohne Käse, Pasta Arrabiata etc.). In Udine waren wir sogar in einem rein veganen Lokal, La Libellula. Den Sushi Cake und den Maxi Burger kann ich schwer empfehlen! Außerdem haben wir beim Spazieren durch die Stadt einen Eissalon mit veganen Eissorten gefunden, u.a. gab es dunkle Schokolade - ein Traum!



Der Alpe Adria Radweg: Deine Fragen, mein Fazit.

Lohnt es sich?

JA! Für mich war der Alpe Adria Radweg eine großartige Erfahrung und ein tolles Erlebnis, das ich jederzeit wiederholen würde! Einer der schönsten Momente war die Ankunft in Italien. Es ist einfach ein wahnsinniges Gefühl der Freiheit, mit seinem Fahrrad die verschiedenen Orte, Städtchen und Gässchen zu erkunden, dort stehen zu bleiben, wo es einem gerade gefällt und der Natur ganz nahe zu sein! „Der Weg ist das Ziel“ trifft’s hier auf den Punkt! Noch dazu ist eine umweltschonende Reisevariante, bei der auch die eigene Fitness und Gesundheit nicht zu kurz kommt. Es macht Lust auf mehr und war definitiv nicht meine letzte Radreise!


Hast du dich oft verfahren?

Nein, denn generell ist der Weg wirklich sehr gut beschildert. Dennoch würde ich empfehlen, die Alpe Adria App herunterzuladen und während der Fahrt mitlaufen zu lassen. So haben wir es gehandhabt und es lief alles wie am Schnürchen!

Wie sah es mit Poschmerzen und Muskelkater aus?

Beides Fehlanzeige. Obwohl ich jetzt auch nicht täglich in Wien Rad fahre, hatte ich weder Poschmerzen noch Muskelkater. Ich empfehle eine gute Radhose sowie Dehnübungen nach den Etappen. Was ich schon manchmal hatte, waren eingeschlafene Hände oder Füße während der Fahrt. Hier empfehlen sich kurze Pausen, um mal alles durchzuschütteln.


Ist der Alpe Adria Radweg für mich geeignet, wenn ich generell nicht so viel Rad fahre?

Auf jeden Fall! Ich würde empfehlen, vor dem Start deiner Radtour mal einen Radausflug zu machen, um dich wieder an den Sattel zu gewöhnen. Und wenn du keinen Stress hast (den du im Urlaub ja grundsätzlich nicht haben solltest), musst du ja nicht in 7 Tagen in Grado sein.


Lohnt es sich auch, erst ab Villach oder Tarvis mit der Tour zu beginnen?

Definitiv! So erspart man sich (wie oben beschrieben) auch die steilsten Abschnitte, denn die finden in den Etappen davor statt. Obwohl ich sagen muss, dass mir die Berglandschaft von Salzburg wirklich sehr gut gefallen hat und ich sie nicht hätte missen wollen.

Was tun bei Schlechtwetter?

Bei uns gab es tatsächlich keinen einzigen Tag ohne Sonnenschein. Ansonsten würde ich sagen: Regenjacke und –hose an und auf geht’s!


Hattest du Pannen/Unfälle?

Gott sei Dank nicht! Bis auf einen Platten ist nichts passiert. Die Route ist aber auch sehr sicher und gut zu befahren. Einmal lag ein umgefallener Baum im Weg – das war’s dann aber auch schon ;)


Hattest du mal keine Lust mehr, weiterzufahren?

NEIN! Ich fand es so schön und herrlich, in der Natur zu sein und habe mich jeden Morgen richtig aufs Radeln und auf die neuen Landschaften, die mich erwarten, gefreut!


Wie viel Gepäck hattest du mit?

Ich hatte nur 2 Fahrradtaschen und bin bewusst ohne Rucksack gefahren, was eine sehr gute Entscheidung war! Ich würde wirklich empfehlen, auf jegliches Gewicht, das du auf dem Rücken tragen musst, zu verzichten. Meine Packliste findest du hier. Da wir nach der Woche auf dem Alpe Adria Radweg noch weitere 10 Tage unterwegs waren, haben wir effizient gepackt und hatten außerdem ein Waschmittel für unterwegs aus der Tube mit dabei (das gibt’s im Drogeriemarkt). So kann man ganz bequem seine Unterwäsche oder Radshirts auswaschen. Im Sommer trocknet das Gewand meist ganz bequem und rasch über Nacht.



Wenn du jetzt auch Lust bekommen hast, den Alpe Adria Radweg zu fahren, freue ich mich auf deine Nachricht oder deinen Erfahrungsbericht! Wenn du noch Fragen hast, lass mir gern einen Kommentar da oder schreib mir eine Nachricht via Kontaktformular!


Alles Liebe,

Verena


Mehr interessante, vegane Reisetipps gefällig? Dann lies dir gerne auch Coras Blogpost zum Thema „Vegan am Jakobsweg“ durch.


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