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Beikost beim zweiten Kind. Was ich diesmal anders mache und warum es entspannter ist

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Der Beikoststart. Für sehr viele Eltern ist das eine unglaublich aufregende Zeit! Ich kann mich noch erinnern, dass ich den Tag, an dem mein erstgeborener Sohn offiziell bereit für Beikost gewesen wäre, groß in den Kalender eingetragen habe. Einfach, um ihn nicht zu verpassen. Und tatsächlich stand ich an diesem Tag mit Brei und Löffel bereit und war voller Vorfreude.


Im Nachhinein betrachtet würde ich es nicht mehr so machen. Und genau darüber möchte ich heute schreiben. Denn mein mittlerweile 10 Monate altes Baby isst auch schon ein Weilchen, und diesmal lief der Beikoststart völlig anders. Irgendwie ruhiger, intuitiver und insgesamt so viel entspannter. In diesem Beitrag teile ich meine Erfahrungen mit dir.



Baby led Weaning Brokkoli

Beikost Vol. 2


Ich war noch nie die Mama, die das Essen ihres Kindes dokumentiert hat oder Mengen abgewogen hat. Aber ich wollte zumindest nährstofftechnisch alles richtig machen. Bei meinem ersten Kind war ich super motiviert und bin voller Enthusiasmus gestartet.


Ich habe das Internet nach Rezepten durchforstet, mir Rezeptbücher gekauft und jeden Tag etwas Neues ausprobiert. Das sah dann ungefähr so aus:


Tag 1: Karottenbrei

Tag 2: Zucchinibrei

Tag 3: Zucchinis und Kartoffeln gedünstet (als Fingerfood)

Tag 4: Karotten-Kartoffelbrei

.

.

Na, fällt dir was auf?

Ich sag's ja, ich war voller Tatendrang!

Und mein Baby damals?

Der war voll überfordert.


Zu viele Geschmäcker, zu viele Konsistenzen, zuviele Anforderungen. Einmal wird er gefüttert ("Hui, ein Löffel, was ist das?"), einmal darf er selbst essen ("Wie fühlt sich das an? Wie riecht das? Was mache ich damit?"). Kein Wunder, dass er irgendwann keine Lust mehr hatte. Die Geschwindigkeit war einfach zu groß.


Genau deshalb war das Erste, was ich bei meinem zweiten Baby verändert habe: Die Geschwindigkeit rausnehmen.


Ich habe mir Zeit gelassen und ihm so Raum zum Ausprobieren und Ankommen gegeben. Ankommen in einer neuen Welt, in einer neuen Entwicklungsphase. Und das hat so viel verändert.


Intuitiver Start statt starre Zeitpunkte


Bei zweiten Kind habe ich mich nicht mehr an feste "Starttage" gehalten, sondern darauf geachtet, wann mein Kind wirklich Interesse an Essen zeigt.


  • Wann greift er nach meinem Essen, wenn er auf meinem Schoß sitzt?

  • Macht er Schmatzgeräusche?

  • Beobachtet er aufmerksam, was wir essen?


Das hat den Druck rausgenommen und die Beikosteinführung viel natürlicher und intuitiver gemacht.


So habe ich meinen kleinen Sohn auch 6 Monate lang ausschließlich gestillt, bevor er den ersten Bissen bekam. Das hat sich für mich einfach stimmig angefühlt und hat wunderbar geklappt.


Weniger Druck, mehr Gefühl


Womit habe ich also bei meinem zweiten Kind gestartet?

Ich habe es erstmal klassisch mit Karottenbrei versucht. Dann mit Karotten-Kartoffelbrei. Doch ich durfte recht früh feststellen, dass Brei nicht wirklich seine Welt ist! Ganz anders als mein großer Sohn, der Brei geliebt hat.


Also wurde ich kreativ:

  • Aus Karotten-Kartoffelbrei wurden Karotten-Kartoffelbällchen.

  • Aus Haferbrei wurden Haferpancakes.

  • Aus Gemüsemus wurden weiche, greifbare Stückchen.


Ich habe versucht, die Konsistenz so zu verändern, dass er sein Essen selbst greifen und in zum Mund führen kann, ohne sich zu verschlucken und ohne dass es zu Nährstoffeinbußen kommt.


Besonders Eisen hatte ich dabei immer im Blick, weil dieser Nährstoff ab dem Beikoststart besonders wichtig ist.




Ich veranschauliche dir mal einen konkreten Beikosttag im Leben meines Sohnes, als er noch am Anfang seiner Beikostreise stand:

Morgens: Haferbrei mit Nuss- und Obstmus

Mittags: Rote Linsen-Gemüsebratlinge

Nachmittags: Banane oder Obstbrei

Abends: Brot mit Hummus und weichen Gemüsesticks


Bei meinem zweiten Kind war ich insgesamt wesentlich lockerer und habe mich getraut, mehr auszuprobieren. So habe ich von Anfang an verschiedene Gemüsesorten kombiniert und auch Gewürze wie milden Kurkuma oder Zimt verwendet. Das hat nicht nur seinen Geschmackssinn angeregt, sondern auch die Mahlzeiten abwechslungsreicher gemacht.


Außerdem habe ich diesmal auch Ei in die Beikost integriert, weil mein großer Sohn als auch mein Mann vegetarisch essen und unsere Familienernährung zuhause dementsprechend vegetarisch ist. Beim ersten Kind war ich da noch strenger. Strenger zu mir selbst und strikter, was seine Ernährung anging. So hat mein Großer die ersten 1,5 Jahre seines Lebens rein pflanzlich gegessen. Heute bin ich weicher und flexibler geworden und das tut mir gut.



Essen ist bei uns Familiensache


Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu meiner ersten Beikosterfahrung: Ich koche kaum noch extra für mein Baby. Natürlich achte ich auf eine altersgerechte Zubereitung: weich, gut greifbar, wenig gewürzt. Aber grundsätzlich gilt: Er isst, was wir essen.


Das hat für mich mehrere Vorteile:

✨ Es spart Zeit.

✨ Es reduziert Stress.

✨ Es macht Essen von Anfang an zu etwas Gemeinsamen.


Gerade mit zwei Kindern ist die Zeit oft knapp. Ich kann nicht täglich komplizierte Babygerichte zubereiten - und hey, ich muss es auch nicht. Umso schöner ist es, wenn Mahlzeiten nicht zu einer zusätzlichen „Aufgabe“ werden, sondern einfach Teil unseres Tages sind.


Mein Kleiner isst außerdem nach wie vor lieber selbst. Und ja: Unter seinem Hochstuhl sieht es manchmal chaotisch aus. Manchmal muss ich ihn nach dem Essen auch einmal komplett abduschen.


Aber heute stresst mich das nicht mehr, weil ich weiß, dass diese Phase schnell wieder vorbeigeht. Es gehört für mich einfach dazu und fördert die Selbstständigkeit - und die Freude am Essen.


Augenhöhe von einem Kind, das selbstständig mit einem Löffel aus einem kleinen Schälchen isst

Pflanzliche Beikost - alltagstauglich und entspannt


Wie bereits erwähnt ist die Beikost meines Babys größtenteils pflanzlich. Beim ersten Kind hatte ich hier viele Fragezeichen im Kopf:


Bekommt er wirklich alles, was es braucht? Muss ich jede Mahlzeit perfekt planen?


Heute sehe ich das gelassen.


Denn es geht nicht um die perfekte einzelne Mahlzeit, sondern um den nährstoffreichen Alltag.


So gestalte ich es:

  • Es gibt regelmäßig Hülsenfrüchte, Getreide und Gemüse.

  • Nüsse und Samen werden altersgerecht integriert.

  • Vielfalt entsteht Schritt für Schritt - mit jedem neuen Lebensmittel und jedem neuen Ausprobieren.

  • Ich denke weniger in „perfekten Kombinationen“ und mehr in Routine und Balance.


Ich achte bewusst auf pflanzliche Proteinquellen wie Linsen, Kichererbsen, Haferflocken und auf kritische Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen. Das gibt mir Sicherheit und erleichtert meinen Alltag enorm.


Die Extraportion Nährstoffe


Ein Thema, das ich beim zweiten Kind genauso ernst nehme wie beim ersten, sind die Nährstoffe, die über die Ernährung allein oft schwer abzudecken sind.


Gerade bei rein pflanzlicher oder überwiegend pflanzlicher Ernährung gilt: bestimmte Nährstoffe müssen gezielt ergänzt werden. Hier zählen unter anderem die Omega-3-Fettsäuren dazu.


Zu den wichtigsten Omega-3-Fettsäuren zählen Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Alpha-Linolensäure (ALA).


Vor allem DHA ist besonders zu beachten, denn die Aufnahme von DHA trägt zur normalen Entwicklung der Sehkraft bei Säuglingen bis zum Alter von 12 Monaten sowie zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei.


  • Die Omega-3-Fettsäuren EPA & DHA kommen ausschließlich in fettreichem Fisch & Algen vor.

  • ALA ist als pflanzliche Omega-3-Fettsäure in Leinöl, Rapsöl, Walnüssen oder Walnussöl sowie Chiasamen & Co enthalten.

  • Der Körper kann ALA zwar in die wichtigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA umwandeln, jedoch schwankt die Umwandlungsrate stark von Person zu Person und ist von verschiedenen Einflussfaktoren wie Alter oder Geschlecht abhängig.


Daher sind pflanzliche Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl und Co eine gute Ergänzung zu den marinen Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Algen, jedoch kein Ersatz.


Um gerade in dieser sensiblen Lebensphase auf Nummer sicher zu gehen, nutze ich für mein Baby Mikroalgenöl, eine direkte, vegane Quelle für DHA und EPA. Dieses integriere ich ganz selbstverständlich in unseren Alltag und vermeide damit den Umweg über den Fisch. Gerade in dieser sensiblen Lebensphase gibt mir das ein sicheres Gefühl und klappt bei uns wunderbar.



Ich darf es mir leichter machen


Was ich beim zweiten Kind wirklich gelernt habe:

Ich muss nicht alles alleine schaffen. Und ich muss auch nicht alles perfekt machen.


Das gilt auch oder vor allem für die Beikost.


Manchmal bedeutet das:

  • einfache Mahlzeiten

  • Wiederholungen (ja, auch Nudeln mehrere Tage hintereinander 😅)

  • Unterstützung annehmen


Und manchmal bedeutet es auch, bewusst Prioritäten zu setzen und andere Dinge liegen zu lassen. Die Beikosteinführung beim zweiten Kind fühlt sich für mich viel entspannter an, weil ich mir weniger Druck mache, mehr auf mein Kind höre und praktische Lösungen nutze. Die Erfahrung, die ich durch meinen Erstgeborenen gemacht habe, gibt mir Sicherheit und ich kann die Zeit mit meinem Baby viel mehr genießen.


Meine Message an alle veganen oder vegetarischen Mamas da draußen: Vertraut euch, eurer Intuition und euren Kindern. Probiert aus und macht es euch so einfach wie möglich.


Entspannung durch Erfahrung


Der Beikoststart beim zweiten Kind ist nicht automatisch entspannter, aber er kann es sein.


Für mich liegt der Unterschied vor allem darin, dass ich weniger vergleiche, weniger kontrolliere und mehr vertraue. Und vielleicht ist genau das das Wichtigste, was ich dir hier und heute weitergeben kann:


Du musst nicht alles perfekt machen, damit dein Baby gut versorgt ist. Manchmal reicht es, einen Schritt zurückzugehen und wieder auf dein Gefühl zu hören.


Ich hoffe, meine Erfahrungen helfen dir, die Beikostzeit entspannter und freudvoller zu gestalten. Teile gerne deine eigenen Erfahrungen oder Tipps - ich freue mich darauf!


Alles Liebe,

Verena

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