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Ein gutes Bauchgefühl mit PMS

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Wir finden, es ist Zeit, mal über den veganen Tellerrand hinauszugehen und unseren Blog etwas bunter zu gestalten. Deshalb behandeln wir mit diesem Artikel ein ganz neues Thema: den Menstruationszyklus.


Wir wollen dies thematisieren, weil es dazu noch so viele Tabus und Missverständnisse gibt, die dringend aufgeräumt werden müssen, damit wir uns alle wohler damit fühlen. Natürlich ist uns bewusst, dass es viele Zyklus-ExpertInnen gibt, die bereits lange sehr umfangreich dazu aufklären. Dennoch wollen auch wir die Scheinwerfer darauf richten, denn Expertinnen in unseren eigenen Körpern sind wir allemal und Expertinnen in Sachen veganer Ernährung obendrauf, weshalb Letzteres natürlich auch hier eine Rolle spielen wird.


Der Inhalt richtet sich vor allem an alle menstruierenden Personen. Darüber hinaus sind aber auch alle PartnerInnen, FreundInnen und Familienangehörige herzlich dazu eingeladen, ihn zu lesen. Insbesondere dann, wenn es schwer fällt zu verstehen, warum wir Menstruierenden einmal im Monat eine schwere Zeit haben und der Umgang mit uns nicht so einfach erscheint. Aber fangen wir ganz von vorne an, um was geht es hier eigentlich genau?

Once upon a … month

Einmal im Monat gibt es eine Zyklusphase, in der viele sich selbst und ihre Umgebung anders erleben. Und in der viele auch von der Außenwelt anders wahrgenommen werden. Dabei fallen manchmal Floskeln wie “kriegst du wieder deine Tage?”, „warum reagierst du jetzt schon wieder so scharf?” oder “du steigerst dich da nur in was rein, weil’s wieder so weit ist”. Auch schon mal erlebt? Wir sprechen also von der Zeit vor der Menstruation, die Zeit des PMS.


Eine Zeit, die sehr herausfordernd sein kann und in der wir uns alle, egal ob wir selbst menstruieren oder auch als PartnerIn, FreundIn, FamilienangehörigeR, um einen sensiblen Umgang bemühen sollten. Denn Sprüche wie die oben genannten sind dabei alles andere als hilfreich.


Was bedeutet PMS?

Die Abkürzung PMS bedeutet prämenstruelles Syndrom. Wer an PMS leidet, spürt bereits einige Tage bis Wochen vor der Periode Auswirkungen auf Körper und Psyche, die von Person zu Person extrem unterschiedlich sind und auch von der Intensität sehr unterschiedlich wahrgenommen werden.


Manche verspüren wenig oder nur eine leichte Veränderung in und um sich, andere leiden sehr stark darunter. Die körperlichen und mentalen Veränderungen können von Aggressionen, Wutausbrüchen, erhöhter Reizbarkeit bis hin zu vermehrtem Angstempfinden, Depression und Müdigkeit, zu Kopfschmerzen, Migräne, Unterleibskrämpfen sowie Akne, Brustschmerzen und Brustspannen gehen. Es gibt aber mehr als 100 PMS-Symptome. Gehörst du auch zu jenen Personen, die diese Phase einmal im Monat erleben? Wie empfindest du sie?


Was hilft gegen PMS?

Spannend wird es beim Recherchieren zu diesem Thema und der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Denn bei PMS spielen eine Reihe von Faktoren eine Rolle, die beeinflussen, ob und wie stark wir diese Zyklusphase überhaupt wahrnehmen. Zu den Einflussfaktoren können unser Gehirn und seine neuronalen Netzwerke, damit einhergehend auch Hormone, unsere Gefühle, Erlebnisse aus der Vergangenheit, die uns prägen, die Qualität von Beziehungen (nicht nur partnerschaftlich!), mentale Befindlichkeit, Naturereignisse wie die Mondphasen und neben der eigenen Einstellung zum Zyklus auch die Ernährung zählen. Die Wissenschaft hat bisher keine genaue Ursachenerklärung. Aufgrund der Vielzahl an Einflussfaktoren gibt es daher leider nicht die eine Lösung zur Linderung von PMS-Beschwerden.

Wie bereits oben erwähnt betiteln wir uns nicht als Zyklusexpertinnen, aber wir sind Frauen, die im Laufe der Zeit Erfahrungen mit dem eigenen Körper und unserem Zyklus gemacht haben. Da Verena gerade Schwanger ist, schreibe ich diese Zeilen an dich und freue mich, dir hier ein paar ausgewählte Tipps mit auf den Weg zu geben, die dich in dieser Phase unterstützen sollen. Da jeder Körper anders ist und dementsprechend körperliche und mentale Reaktionen sehr individuell sind, musst du selbst herausfinden, wie du mit dir und deinem Körper umgehst.

  • Lass dich so wie du bist: Wenn wir verinnerlichen, dass wir nunmal zyklische Wesen sind und jede einzelne Phase zu uns gehört, können wir darin mehr Entspannung finden. Unterdrücken wir das allerdings und verhalten uns nur so, wie uns unser Umfeld gerne hätte, also nett, lieb und am besten ohne Stimmungsschwankungen, verstärken wir den Widerstand in uns. Den Widerstand zwischen deinem natürlichen Zyklus, der durch so vieles beeinflusst wird und deinem Geist, der denkt, ein gewisses Bild erfüllen zu müssen. Du musst überhaupt nichts, denn durch diesen Widerstand können PMS-Beschwerden sogar verstärkt werden. Erlaube dir stattdessen, in den verschiedenen Phasen deines Zyklus auch anders drauf zu sein. In der prämenstruellen Phase zum Beispiel ist es ganz besonders wichtig, dich so sein zu lassen, wie du bist: wild, ehrlich, authentisch, raw. Du bist in dieser Zeit sehr verbunden mit deinen Emotionen, bist sensibler und sagst vermutlich mehr deine Meinung als in allen anderen Phasen. Andere mögen dich fragen: „warum reagierst du jetzt schon wieder so scharf?” - du drückst stattdessen vielleicht einfach mal genau aus, was du willst und was nicht. Steh zu dir und genieße diese Authentizität und deine Ungeschliffenheit.


  • Raum geben: Gib dir den Raum, den du in dieser Phase brauchst, um das zu tun, was dir gut tut. Mit Raum meinen wir Ruhe, Rückzug, Me-Time, Verständnis, Unterstützung, Halt, Schlaf - was auch immer es ist, wonach du dich in diesem Moment sehnst. Vermittle das, was du in dir spürst auch an die Personen um dich herum, sodass auch auf der anderen Seite Bewusstsein darüber entsteht, wie es dir geht. Niemand kann das riechen und so nachvollziehen wie du selbst. Sollte die Verbindung zu dir in dem Moment nicht offen sein und es fällt dir schwer herauszufinden, was du gerade wirklich empfindest oder wonach dir ist, dann gib auch das weiter. Erst wenn du selbst ein Gefühl dafür entwickelt hast, was dir guttut, kannst du es nach außen weitertragen und wirst in dir spüren, dass es viel gesünder ist, diese Phase zu leben als sie zu unterdrücken. Gib dir also den Raum und lass ihn dir auch geben. Durch ParnterIn, FreundIn, Familienangehörige.


  • Vollwertige vegane Ernährung: Eine vollwertige Ernährung mit vielen sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen ist die beste Grundlage bei PMS. Hach wie schön, das entspricht einer ausgewogenen veganen Ernährung ;). Die Zufuhr von Vitamin C, Vitamin E, Selen und Zink (allesamt auch Antioxidantien), Magnesium sowie B-Vitaminen und Vitamin D unterstützen deinen Körper darin, sich vor freien Radikalen und oxidativem Stress zu schützen, wirken symptomlindernd und helfen beim Östrogenabbau mit. Eine Östrogendominanz kann eine Rolle bei PMS-Beschwerden sein.


  • Mehr Omega-3-Fettsäuren: die essentiellen Omega-3-Fettsäuren haben eine positive Auswirkung auf den Hormonstoffwechsel. Sie wirken entzündungshemmend (hilft daher auch bei Haut-Unreinheiten) und schmerzstillend. Das kannst du in dieser Phase besonders gut brauchen. Achte generell und insbesondere bei PMS- und Menstruationsbeschwerden auf eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fetten. Du nimmst sie vor allem über Walnüsse, Leinsamen, Hanfsamen, Chiasamen, den daraus hergestellten Ölen sowie Rapsöl und nicht zu vergessen über Algenöl zu dir. Algenöl ist eine zuverlässige Möglichkeit, ausreichend Omega-3, vor allem die wichtigen Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), aufzunehmen. Wir VeganerInnen umgehen dadurch den Umweg über den Fisch, der seinerseits ja auch Algen isst, um Omega-3 in seinem Fleisch anzureichern.


Mehr Hintergrundinfos zur Wirkung von Omega-3?

Vielleicht genügt dir das bereits. Wenn du allerdings so wie wir immer daran interessiert bist, was dieser Wirkung eigentlich zugrunde liegt, folgt jetzt eine kurze und knackige Erklärung: Aus Omega-3-Fetten werden Eicosanoide hergestellt, ein Überbegriff für eine Reihe hormonähnlicher Signalmoleküle u.a. Prostaglandine, Leukotriene, Thromboxane. Eicosanoide werden aber nicht nur aus Omega-3- sondern auch aus Omega-6-Fetten gebildet und können in ihrer weiteren Laufbahn unterschiedlich und sogar entgegengesetzt wirken. Prostaglandine aus Omega-6-Fettsäuren wirken entzündungsfördernd und verstärken die Schmerzwahrnehmung. So auch in der prämenstruellen Phase und während der Menstruation. Prostaglandine aus Omega-3-Fettsäuren wirken entgegengesetzt, also entzündungshemmend und schmerzstillend. Sie sind also hier die “guten Prostaglandine”, welche die Bildung der in diesem Fall “schlechten” Prostaglandine verhindern. Woher bekommen wir diese “guten Prostaglandine”? Sie werden aus den wichtigen Fettsäuren DHA und EPA hergestellt, die wir unter anderem aus Walnüssen und Leinsamen im Körper aufbauen oder direkt über Algenöl direkt zu uns nehmen. Aus diesem Grund können PMS- und Menstruationsbeschwerden durch vegane Ernährung mit einem ausgewogenen Omega-3-Anteil gelindert werden. Mehr über Omega-3-Fette und ihre positiven Eigenschaften kannst du übrigens auch hier nachlesen.


Ein gutes Bauchgefühl

Es gibt noch so viel mehr Möglichkeiten, um einen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden zu nehmen. Sowohl was die Ernährung betrifft aber auch, wenn es um den Lebensstil und die innere Haltung geht.

Es wird Zeit, die Phase vor unserer Periode anzunehmen und sie anders zu gestalten. Gib dir selbst das was du in dieser Phase brauchst und vor allem: habe Entdeckungslust herauszufinden, was sich während deines Zyklus in dir abspielt. Keine Frage, es benötigt Geduld, sich zu erforschen und die Auseinandersetzung mit sich selbst kann anstrengend sein. Aber jeder Schritt dahin lohnt sich und ist einer, näher zu dir!


Solltest du das hier gerade lesen, aber menstruierst selbst nicht oder erlebst die prämenstruelle Phase nicht, dann erstmal danke, dass du dir hierfür Zeit genommen hast! Und spätestens jetzt können wir alle viel besser nachvollziehen, weshalb die Sätze aus der Einleitung nicht hilfreich sind und wie du stattdessen unterstützen kannst.


Wenn du mehr rund um den Zyklus von uns erfahren willst, dann klick den Blogpost über Menstruation an und erfahre, wie dich die vegane Ernährung dabei unterstützen kann oder sende uns dein Feedback, deine Wünsche und liebend gerne immer auch deine Gedanken dazu - via eMail oder Social Media, wir freuen uns auf deine Nachricht!


Sei so wie du bist. Authentisch, echt und raw.


Von Herzen,

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